News  Termine  Downloads   Sitemap  Impressum  
suche
kompetenzhoch 3
22-09-08:
Per Satelliten-Schnitzeljagd um Schloss Lüntenbeck


Geocaching heißt ein Abenteuer-Trend, bei dem Schatzsucher mit dem GPS-Gerät losziehen. Auf Schloss Lüntenbeck gab es zu 24 Stunden live einen Schnupperkurs.

N51 05.372, E007 04.289. Wer die Koordinaten jetzt gerade mal nicht im Kopf hat, der sei erinnert: Es ist die Position im Hof von Schloss Lüntenbeck, von der ein Grüppchen Ahnungsloser zum Geocaching aufbrechen wird. Gastgeber im Rahmen von „Wuppertal 24 Stunden live“ ist Bergisch LAN. Bliebe nur noch eine Frage: Was ist Geocaching?

 

Für Carla Froitzheim ein sportlicher Ausgleich zum täglichen Hocken vor dem

Bildschirm. Zur Verdeutlichung greift sie noch einmal in die virtuelle Kiste

des Computers: „Ich verstehe es als ein Adventure Game, das ins reale Leben

übertragen wird.“ Bei Licht betrachtet handelt es sich um die gute alte

Schnitzeljagd, nur mit GPS, dem Navi für alle, die noch gut zu Fuß sind.

 

Was die Ahnungslosen eben nicht ahnen: Geocaching hat weltweit eine

Fangemeinde, die ihre Schatzsucherfährten ins Internet streut. Die Route vom

Schloss aus aber hat Froitzheim selbst erarbeitet. Ziel ist ein Punkt in der

nahen Deponie, den es aufzuspüren gilt. Station eins ist mit neuen

Koordinaten benannt, die am GPS eingestellt werden. Alles klar? Gut, dann

mal dem Zeiger nach.

 

Die blutigen Wuppertaler Anfänger kleben dabei am Display starren und fallen

fast über die eigenen Füße. „Das gibt sich“, beruhigt Froitzheim, die

allwöchentlich auf Schatzsuche geht. Fortgeschrittene hätten auch Augen für

die Natur und könnten zu höheren Stufen aufsteigen. Denn was hier bei „24

Stunden live“ geprobt wird, ist nur Kleckerkram auf befestigten Wegen. Der

ambitionierte Geocacher hingegen stolpert über Felsenmeere, robbt durch

Tunnel und watet knietief durch Morast zum nächsten Koordinatengeflecht.

 

Dort angelangt, geht es erst richtig ans Eingemachte. Ein kleiner Text

erläutert Hintergründe zu dem gerade aufgefundenen Ort und birgt eine

Rechenaufgabe, demnach nichts für Mathematikmuffel. Alle anderen erhalten

mit Stift und Köpfchen die Werte für den nächsten Punkt. „Man nimmt

Anstrengungen in Kauf, die man sich sonst nicht zumuten würde“, erklärt

Froitzheim ihre Begeisterung.

Zwei Missverständnissen sei allerdings vorgebeugt: Der „Schatz“ ist möglichweise nur ein Coupon für eine Tasse Kaffee, den man entnimmt, um ihn durch einen anderen Schatz zu ersetzen. Zweitens: Wer den Heiligen Gral sucht, findet ihn auch mit GPS nicht, weil König Artus leider vergessen hat, die Koordinaten aufzuschreiben.



Der Schatz war auf Schloss Lüntenbeck streng genommen eine Mathe-Aufgabe... der kleine Schatzsucher nahm's gelassen. (Foto: Gerhard Bartsch)
Der Schatz war auf Schloss Lüntenbeck streng genommen eine Mathe-Aufgabe... der kleine Schatzsucher nahm's gelassen. (Foto: Gerhard Bartsch)



Quelle:

WZ vom 21.09.08

 News