Geocaching heißt ein Abenteuer-Trend, bei dem Schatzsucher mit dem GPS-Gerät losziehen. Auf Schloss Lüntenbeck gab es zu 24 Stunden live einen Schnupperkurs.
N51 05.372, E007 04.289. Wer die Koordinaten jetzt gerade mal nicht im Kopf hat, der sei erinnert: Es ist die Position im Hof von Schloss Lüntenbeck, von der ein Grüppchen Ahnungsloser zum Geocaching aufbrechen wird. Gastgeber im Rahmen von „Wuppertal 24 Stunden live“ ist Bergisch LAN. Bliebe nur noch eine Frage: Was ist Geocaching?
Für Carla Froitzheim ein sportlicher Ausgleich zum täglichen Hocken vor dem
Bildschirm. Zur Verdeutlichung greift sie noch einmal in die virtuelle Kiste
des Computers: „Ich verstehe es als ein Adventure Game, das ins reale Leben
übertragen wird.“ Bei Licht betrachtet handelt es sich um die gute alte
Schnitzeljagd, nur mit GPS, dem Navi für alle, die noch gut zu Fuß sind.
Was die Ahnungslosen eben nicht ahnen: Geocaching hat weltweit eine
Fangemeinde, die ihre Schatzsucherfährten ins Internet streut. Die Route vom
Schloss aus aber hat Froitzheim selbst erarbeitet. Ziel ist ein Punkt in der
nahen Deponie, den es aufzuspüren gilt. Station eins ist mit neuen
Koordinaten benannt, die am GPS eingestellt werden. Alles klar? Gut, dann
mal dem Zeiger nach.
Die blutigen Wuppertaler Anfänger kleben dabei am Display starren und fallen
fast über die eigenen Füße. „Das gibt sich“, beruhigt Froitzheim, die
allwöchentlich auf Schatzsuche geht. Fortgeschrittene hätten auch Augen für
die Natur und könnten zu höheren Stufen aufsteigen. Denn was hier bei „24
Stunden live“ geprobt wird, ist nur Kleckerkram auf befestigten Wegen. Der
ambitionierte Geocacher hingegen stolpert über Felsenmeere, robbt durch
Tunnel und watet knietief durch Morast zum nächsten Koordinatengeflecht.
Dort angelangt, geht es erst richtig ans Eingemachte. Ein kleiner Text
erläutert Hintergründe zu dem gerade aufgefundenen Ort und birgt eine
Rechenaufgabe, demnach nichts für Mathematikmuffel. Alle anderen erhalten
mit Stift und Köpfchen die Werte für den nächsten Punkt. „Man nimmt
Anstrengungen in Kauf, die man sich sonst nicht zumuten würde“, erklärt
Froitzheim ihre Begeisterung.
Zwei Missverständnissen sei allerdings vorgebeugt: Der „Schatz“ ist möglichweise nur ein Coupon für eine Tasse Kaffee, den man entnimmt, um ihn durch einen anderen Schatz zu ersetzen. Zweitens: Wer den Heiligen Gral sucht, findet ihn auch mit GPS nicht, weil König Artus leider vergessen hat, die Koordinaten aufzuschreiben.
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